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Verfasst: 24. Mär 2004 14:01
von Straefe
schteff !! hat geschrieben:
Mr._Hockey hat geschrieben:
schteff !! hat geschrieben:
Straefe hat geschrieben:Hopp Züri
und suscht gar nüt :evil:
Allez GC ZÜRI Allez
sind das die, wo als amtierender meister am meisten gegengoals kassiert haben.......???
Buahaha der ist gut.
GC Hasli ade

Verfasst: 24. Mär 2004 14:03
von schteff !!
Mr._Hockey hat geschrieben:
schteff !! hat geschrieben:
Mr._Hockey hat geschrieben:
schteff !! hat geschrieben:
Straefe hat geschrieben:Hopp Züri
und suscht gar nüt :evil:
Allez GC ZÜRI Allez
sind das die, wo als amtierender meister am meisten gegengoals kassiert haben.......???
Ich weiss nöd aber die sind vo Züri weisch, ich bin eigentlich für die, die ihre leibchen ihrer Billanz angepasst haben und immer Geisterspiele austragen!
ah so:

aber die haben mit züri ja nix zu tun. die spielen in niederhasli. das ist faktisch im aargau.

Verfasst: 24. Mär 2004 14:05
von Mr._Hockey
schteff !! hat geschrieben:
Mr._Hockey hat geschrieben:
schteff !! hat geschrieben:
Mr._Hockey hat geschrieben:
schteff !! hat geschrieben: und suscht gar nüt :evil:
Allez GC ZÜRI Allez
sind das die, wo als amtierender meister am meisten gegengoals kassiert haben.......???
Ich weiss nöd aber die sind vo Züri weisch, ich bin eigentlich für die, die ihre leibchen ihrer Billanz angepasst haben und immer Geisterspiele austragen!
ah so:

aber die haben mit züri ja nix zu tun. die spielen in niederhasli. das ist faktisch im aargau.
Gerüchten zu folge soll der FCZ auch mal dort spielen :shock:

Verfasst: 24. Mär 2004 14:15
von Straefe
Mr._Hockey hat geschrieben:
schteff !! hat geschrieben:
Mr._Hockey hat geschrieben:
schteff !! hat geschrieben:
Mr._Hockey hat geschrieben: Allez GC ZÜRI Allez
sind das die, wo als amtierender meister am meisten gegengoals kassiert haben.......???
Ich weiss nöd aber die sind vo Züri weisch, ich bin eigentlich für die, die ihre leibchen ihrer Billanz angepasst haben und immer Geisterspiele austragen!
ah so:

aber die haben mit züri ja nix zu tun. die spielen in niederhasli. das ist faktisch im aargau.
Gerüchten zu folge soll der FCZ auch mal dort spielen :shock:
Nei Niederhasli sollte das Trainingsgelände von denen werden

Verfasst: 24. Mär 2004 14:22
von petit Nicolas
Straefe hat geschrieben:Hopp Züri
Hopp ZIIRÜ

Verfasst: 24. Mär 2004 14:23
von schteff !!
petit Nicolas hat geschrieben:
Straefe hat geschrieben:Hopp Züri
Hopp ZIIRÜ
kult !

ps: es hiess nicht "ZIIRÜ", sondern ZI!

Verfasst: 24. Mär 2004 14:25
von petit Nicolas
schteff !! hat geschrieben:
petit Nicolas hat geschrieben:
Straefe hat geschrieben:Hopp Züri
Hopp ZIIRÜ
kult !

ps: es hiess nicht "ZIIRÜ", sondern ZI!
Tschuldigung - kann halt nid so gut Doitsch! :roll:

Jep - der wird in hundert Jahren noch um die Welt gehen! :mrgreen:

ps. Gygax ist heute im Blick

pps. Abkürzungen rulen; Turi, Gygy..uahuah

Verfasst: 24. Mär 2004 18:41
von Rosenstadt
Heute Abend:
20.45 Live auf SF2 das Londonerderby Arsenal - Chelsea!

Verfasst: 28. Mär 2004 19:06
von Kev
so eim back from the ultimativ groundhopping spiel :D
aarau-sankt gallen!!!!!!!
hammer pyro zum intro!!!!!!!!!!!!!! es brannt nur noch...und dann pyro-seasion auf dem zaun :D

Verfasst: 28. Mär 2004 19:07
von rainy
tsss, fc basel! nöd mal me als es unentschiidä..schlächt (=

Verfasst: 28. Mär 2004 19:12
von Kev
******* egal!!!!
pyro-tourist sie rulez :wink:

Verfasst: 28. Mär 2004 19:37
von Rosenstadt
Seisch bisch voll zum ZUg cho hä :-)

Verfasst: 28. Mär 2004 21:04
von petit Nicolas
War das Spiel lasch in Zürich..

Verfasst: 28. Mär 2004 21:11
von Memento
petit Nicolas hat geschrieben:War das Spiel lasch in Zürich..
dafür war stuttgart gegen bremen so hammer geil (=

Verfasst: 28. Mär 2004 21:15
von Rosenstadt
Memento hat geschrieben:
petit Nicolas hat geschrieben:War das Spiel lasch in Zürich..
dafür war stuttgart gegen bremen so hammer geil (=
Da kann ich mich anschliessen! :wink:

Verfasst: 28. Mär 2004 21:17
von Memento
Rosenstadt hat geschrieben:
Memento hat geschrieben:
petit Nicolas hat geschrieben:War das Spiel lasch in Zürich..
dafür war stuttgart gegen bremen so hammer geil (=
Da kann ich mich anschliessen! :wink:
auch das ganze spiel live gesehen?? :)

Verfasst: 28. Mär 2004 21:18
von Rosenstadt
Ja per Premiere World :-)

Was für Tore :-) Streller hat erneut getroffen cool :-)

Verfasst: 28. Mär 2004 21:20
von Memento
jo aber stuttgart hätte es verdient gehabt zu gewinnen... die linienrichter waren ja lausig...

Verfasst: 29. Mär 2004 12:38
von Rosenstadt
Die Linienrichtiger sind in der letzten Zeit absolut schwach! Aber man muss ja froh sein wenn man solche Glön noch findet!

Verfasst: 29. Mär 2004 13:35
von Uriella
Kev hat geschrieben:******* egal!!!!
pyro-tourist sie rulez :wink:
Bilder ?

Verfasst: 29. Mär 2004 13:38
von Uriella
Ach ja, noch drei gute Zeitungsartikel betreffend Fussballfans, Fanzsene. Aus den Zürcher Zeitungen von heute. Die ersten beiden betreffend Schweiz, dann noch einen über den Spielabbruch in Rom. Alle sehr interessant und für einmal sicherlich auch sehr gut recherchiert und nicht einfach Vorurteile.

NZZ über FCZ:
Die «Emotionsproduzenten»

Choreografien von FCZ-Fans im Letzigrundstadion

cko. Nach 32 Stunden Gratisarbeit, einer schlaflosen Nacht und einem Tag ohne Ruhe steht Patrick Wehrli jetzt im Dunkeln. Nicht allein. 6000 Fussballfans stehen mit ihm in der Südkurve des Letzigrundstadions. Sie sind gekommen, um ihren FC Zürich gegen Basel siegen zu sehen, was am vorletzten Mittwoch auch gelang. Zehn Minuten vor Anpfiff sehen die Fans nichts als das Schwarz einer Plane, welche die gesamte Südkurve überdeckt.

Dunkel war's im Keller

Aus einer anderen Perspektive sah das so aus: «Als ich ins Stadion einlief, war die ganze Südkurve schwarz, und am Zaun hing ein riesiges Transparent», erinnert sich FCZ-Spieler Blerim Dzemaili. Darauf hiess es: «Dunkel war's im Keller». Patrick Wehrli ist mit seinen Freunden von der Fangruppe Hallygally für die Stadionchoreografie verantwortlich. Vor der Saison trafen sich die Fangruppen der Südkurve und besprachen bei ein paar Bier, welche Gruppe bei welchen grossen Spielen - vor allem jene gegen GC und den FC Basel - die Choreografie organisiert.

Sekunden vor dem Anpfiff gibt Wehrli das Zeichen. Im Nu lassen zwei Dutzend Helfer die schwarzen Planen mit Dutzenden von Schnüren zu Boden gleiten. Nun sind die Fans an der Reihe. Im flackernden Licht von Stroboskopen werfen sie weisses Konfetti in die Luft und brüllen unentwegt die gleiche Buchstabenkombination: «FCZ». Derweil wird dort, wo es eben noch dunkel war, ein neues Transparent entfaltet: «Doch es wird immer heller». «Das war ein gutes Gefühl und versetzte uns einen Kick, auf dem Platz alles zu geben», sagte später der 17-jährige Dzemaili. Als Tabellenletzter war der FC Zürich in die Rückrunde gestartet - seither erheitert er seine Fans mit gutem Spiel und Siegen.

Motivation für Spieler und Fans

Dass ein Fussballspiel ohne Fans eine schale Angelegenheit wäre, weiss auch FCZ-Sportchef Fredy Bickel. Am Morgen des ersten Spiels der Rückrunde nahm der Hobby-Psychologe seine Männer in die Südkurve mit. «Ich wollte ihnen die Perspektive unserer treuesten Fans zeigen», sagt Bickel. Die Südkurve liegt Bickel deshalb so am Herzen, weil sie lebendig ist und emotional, also so, wie er sich seine Mannschaft wünscht. «Ich und die Mannschaft, wir leben von dieser Lebendigkeit», sagt Bickel. Aus Dankbarkeit will er der Südkurve 5 000 Franken spenden, damit die Unkosten der Basel-Choreografie gedeckt sind.

Ohne Lohn bleiben die 400 Stunden Fronarbeit, die in der zehnminütigen Choreografie vor dem Spiel gegen Basel steckten. Bis spät in die Nacht bastelten und klebten die Hallygally-Männer, als seien sie Buben. All das macht niemand nur für einen Fussballklub. Im Zentrum steht auch in der 35-köpfigen Fangruppe die Geselligkeit - ob im Stadion oder ausserhalb. So ist Hallygally nicht nur in allen Fussballstadien der Schweiz (und bald Europas?) anzutreffen, sondern auch auf Snowboards und Ski in den Bergen, in Parkanlagen von London oder an Partys. Ohne diese Anlässe würde kein Fan die oft längeren Talfahrten des FCZ überleben.
*********

Tagi über Hools:
Tages-Anzeiger vom 29.03.2004
Prügelbuben kämpfen um ihren Ruf
Sie heissen Hooligans, prügeln ist ihr Hobby. Für die Gewalt in den Stadien wollen sie aber nicht verantwortlich sein.

Von Marc Zollinger

Krieg in Rom. Verfeindete Fans gehen aufeinander los, liefern sich lebensgefährliche Schlachten. Es brennt in Zürich. Fans schiessen Unmengen an Feuerwerk ab, gefährden Zuschauer und Spieler. Krawalle hier, Krawalle dort. Die Frage stellt sich: Was für Fans sind das?

Zum Beispiel er: 28-jährig, arbeitet in einem Büro, hat einen guten Lohn, trägt Designerkleider, ist sozial bestens integriert - ein Hooligan. Nennen wir ihn Felix. Seit acht Jahren gehört er zur Hardturm-Front der Grasshoppers. Felix besucht regelmässig Fussballspiele, im Winter auch Partien des ZSC, um dort zu prügeln. Warum? «Es ist halt ein Hobby, meine Passion. Andere rasen mit Autos durch die Gegend oderboarden Lawinenhänge hinunter.» Bei den Prügeleien erhält er den «Kick», das Adrenalin, das ihm in seinem sonst bestens geregelten Leben fehlt. Das ist die eine Erklärung, eine andere lautet: «Man muss halt einen Dachschaden haben, um Hooligan zu sein.» Dennoch sei ein «Hool» nicht einfach ein Gesetzloser, der alles kurz und klein schlage, wahllos auf Leute einprügle und ein Feuerwerk abschiesse. Ein Hooligan unterwerfe sich Regeln, habe einen «Kodex»: keine Waffen, keine Sachbeschädigungen, nur gegen gleich Gesinnte kämpfen, und wenn einer am Boden liegt, nicht weiter draufhauen.

Der Bänkler als Schläger
«Die Hooligans werden zu Unrecht verteufelt», sagt Peter Landolt, einer der besten Kenner der Szene. Er ist Stadion- und Eventmanager bei GC und kümmert sich direkt um die rund 80 Mann starke Gruppe. «Wir dürfen ihnen keine Plattform geben, müssen sie aber respektieren.» Mit den Hooligans, im Polizeijargon C-Fans genannt, könne man nämlich reden. Es habe viele intelligente Typen darunter, die meisten hätten einen Job, auch Kaderstellen. Sie arbeiten für die Credit Suisse, die Versicherung oder die Börse. Der Sicherheitschef hat schon öfters beobachtet, wie Hooligans randalierende Fans zu besänftigen versuchten.

Auch die Konkurrenten ennet der Gleise, die City Boys des FCZ, entsprechen nicht dem Bild, das man gemeinhin von Hooligans hat. Ihre Zahl wird auf rund 100 geschätzt. In den letzten Jahren haben sich ihnen vermehrt so genannte Secondos angeschlossen oder K4, wie sie sich auch nennen - die Abkürzung für Kreis 4.

Als ZSC und GC fusionierten, rückten auch die beiden Schlägertruppen näher zusammen. Gemeinsam besuchten die City Boys und die Hardturm-Front die Spiele der Lions im Hallenstadion. Seit rund einem Jahr hat sich allerdings der Graben wieder vertieft. Seither sind an den Fussballderbys wieder vermehrt Strassenschlachten zu beobachten.

C-Fans, E-Fans: Die Unberechenbaren
Die C-Fans lieben Schlägereien, für wirklich gefährlich aber hält Landolt die B-Fans: Diese sind jung, jederzeit zu Gewalt und Sachbeschädigungen bereit, schlecht in die Gesellschaft integriert und nur in der Menge stark. Bei GC sind es rund 200 Personen. Sie gelten nicht als Hooligans. Und die Hardturm-Front geht zu den «Mitläufern» auf Distanz.

Vor rund einem Jahr ist mit den E-Fans eine neue Kategorie hinzugekommen - ein Grund, weshalb es in den letzten Monaten zu solch vielen Auseinandersetzungen gekommen ist. Landolt nennt sie Erlebnisfans: Sport ist ihnen egal, mit dem Klub haben sie nichts am Hut, sie gehen an Spiele, weil dort etwas läuft. «Die machen mir grosse Sorgen.»

Als gänzlich unproblematisch gelten die A-Fans, die grosse Masse. Sie beteiligen sich nicht an Krawallen.

Das ABC der Fangruppen hilft den Ordnungshütern, das Chaos zu strukturieren. Gibt es Randale, verfliessen die Grenzen. B schliesst sich C an, E schlägt sich mit C, und sogar A gerät in die Schusslinie der Gummigeschosse oder Wasserwerfer, was ihn fuchsteufelswild macht. Am Schluss heissen sie alle Hooligans.

Letzte Woche hat in Basel ein Prozess gegen 32 Fans begonnen. Es geht um Krawalle und Sachbeschädigungen vom Sommer 2002 nach dem Spiel gegen Luzern. «Hooligans!», schreiben die Zeitungen - was Felix sehr ärgert. Auf seine Kollegen von der «Bande Basel» hält er grosse Stücke. «Das ist die Crème de la Crème der Schweiz.» Sie sind zugleich Gegner und Verbündete. Und einige von ihnen zählt er zu seinen Freunden. Für Felix ist klar: «Es waren keine Hooligans. Das, was damals in Basel vorgefallen ist, entspricht nicht unserer Philosophie.»

Vorfälle wie dieser haben dazu geführt, dass sich die C-Männer zusehends andere Schauplätze suchen, um zu ihrem Kick zu kommen. Ein anderer Grund ist die in letzter Zeit massiv verstärkte Polizeipräsenz - was die Gefahr, verhaftet oder in ein Gerichtsverfahren verwickelt zu werden, vergrössert. «Ich will meinen Job nicht aufs Spiel setzen», sagt der Hardturm-Fröntler.

Hooligans kämpfen deshalb vermehrt weitab der Stadien, irgendwo in der Stadt. Dort können sie unter sich bleiben. Sie schicken Späher aus, versuchen den Gegner zu überrumpeln oder fordern ihn per SMS heraus. Kurz: Räuber und Poli.

Seit kurzem hat auch eine neue Spielart Einzug gehalten, die vor allem in Deutschland stark in Mode ist. Die Hooligans nennen es «Feld, Wald, Wiese». Zum Beispiel an jenem Tag im Januar auf einem verschneiten Fussballplatz der Sportanlage Hardhof in Zürich-West: 30 Vertreter der Bande Basel gingen auf 30 Hardturm-Fröntler los. Mann gegen Mann. Ohne Waffen, Blut floss dennoch reichlich. Am Schluss schüttelten sich alle die Hände. Die Bilder davon kann man auf der Homepage der Bande Basel anschauen. Sie ist eine Art Familienalbum aller Hooligans der Schweiz, ihr Name: Gepflegt & Arrogant. Neben der Fotogalerie gibt es Beiträge zur Geschichte des Hooliganismus, Berichte über befreundete «Firms» im Ausland, ein Forum oder einen Shop, in dem sich der Schläger Burberry-Pullover, Stone-Island-Jacken oder Lacoste-Turnschuhe für den nächsten Ortstermin bestellen kann. Bomberjacken stehen nicht im Angebot.

Wer kommt besser angezogen an den Kampf? «Den Hooligans, vor allem den Baslern und den Grasshoppers, ist gepflegtes Erscheinen wichtig», sagt Felix. Der Grund: Man bleibt unauffällig - und wirkt unpolitisch. Denn mit Rechtsradikalismus, der lange Zeit die Szene geprägt hat, wollen die Hooligans nichts zu tun haben. «Politik gehört nicht ins Stadion», erklärt der 28-jährige SVP-Wähler.

Wie von der Sucht wegkommen?
Felix hat bisher Glück gehabt. Er wurde noch nie verhaftet (für den Fall hätte er einen Anwalt zur Hand), und auch schwere Verletzungen blieben aus. Einmal brach ihm ein Gegner den Finger. Der schlanke 28-Jährige mit den eleganten Fingern ist nicht der wildeste Schläger der Truppe. Auch wegen seines Berufs: «Im Geschäft nehmen sie mir ein blaues Auge ab, aber beim zweiten wirds schon schwierig.» Eine Ausrede für Blessuren zu finden, fällt ihm nicht schwer. Er spielt im Verein Fussball.

Felix braucht den Kick, es ist wie eine Sucht. Selbst in den drei Jahren, als er eine glückliche Beziehung hatte, blieb er ihr erlegen. Diesen Januar aber dachte er erstmals ernsthaft an den Ausstieg. Es war an jenem 30-gegen-30 auf dem Hardhof: Sein Gegner hatte ihn zu Boden geschlagen, da trat ihm einer hart an den Hinterkopf. Die Erschütterung wirkte noch lange nach. Felix weiss: Trotz Kodex - die selbst ernannten Ehrenmänner haben sich und ihr Adrenalin nicht immer unter Kontrolle. Beim nächsten Schlag an den Kopf, denkt er, könnte es ganz dumm herauskommen. Seither träumt Felix: Er besucht ein Spiel, nach dem Abpfiff gibts Krawalle, doch er geht nach Hause, einfach so.

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NZZ über AS und Lazio Ultras:
Die Ultras - die Landplage des Calcio

ph. Als Stefano Sordini am Montagmorgen nicht im Büro erschien, war den Kollegen sein Aufenthaltsort sofort klar: Regina Coeli, das römische Gefängnis. Sordini ist 34 Jahre alt und Verkaufsförderer im Versicherungs- und Finanzkonzern Mediolanum. Stefano Carriero, 29-jährig, ein Kameramann des TV-Senders Canale 5, rief spät nachts noch seine Mutter an und sagte ihr, er könne nicht nach Hause kommen. Auch er sass in Regina Coeli. Sordini und Carriero hatten jene Viertelstunde Berühmtheit konsumiert, die Andy Warhol als Menschenrecht proklamiert. Sie waren die Gesichter der Revolte römischer Ultras, die das Metropolen-Derby zwischen Lazio und der AS Roma in der Sonntagnacht zum Platzen gebracht hatten: Sordini, der Glatzkopf mit Dreitagebart und Piratenhalstuch, der unter der Woche Hemd und Krawatte trägt, und Carriero, der Kerl in Ledermontur und mit der schwarzen Strickmütze, der bei der Talkshow «Amici» hinter der Studiokamera steht.


Carriero hatte immer wieder den Roma-Captain Totti in den Clinch genommen. Er redete auf ihn ein, er hätte mit der Mutter des 14-jährigen Jungen gesprochen, der angeblich von der Polizei zu Tode gefahren war. Dieses erfundene Gerücht war die Munition, mit der die Ultras den beispiellosen Spielabbruch provozierten.


Wieder einmal steht der Ultra, das bekannte Unwesen, die Landplage des Calcio, im Fokus der Diskussionen und nicht das eigentliche Malaise, die byzantinische Misswirtschaft, die ungeheure Hochstapelei in diesem aufgeblasenen Showgeschäft. Jetzt ist bekannt geworden, dass der in Regina Coeli inhaftierte ehemalige Lazio- Boss Sergio Cragnotti eine Obligationenanleihe seines bankrott gegangenen Konserven-Konzerns Cirio dazu missbrauchte, die Meisterprämien des Jahres 2000 - pro Mann rund zwei Millionen Euro - zu bezahlen.


Die Legende der «Curva» als eines sozialen Refugiums für Underdogs ist, wie in England, längst entzaubert. Die von Drogenkriminellen und Rechtsextremisten unterwanderte Ultra-Subkultur wird von der Intelligenzia neuerdings mystifiziert als letztes Reservat der Anarchie, des Aufbegehrens gegen Ordnung und Autoritäten mit durchlässigen Schranken für Grenzgängertypen wie Sordini und Carriero. In Wirklichkeit erpresst die organisierte Tifoseria die Klubs, lässt sich ihre folkloristischen Choreografien im Stadion mit Tickets, Gratisreisen und auch mit Bargeld bezahlen und lebt in einem Klima mafioser Omertà ihre Gewaltphantasien aus. Mitten in der römischen Nacht erreichte diese Komplizenschaft einen makabren Höhepunkt. Der Polizeichef Achille Serra stand ebenso machtlos auf dem Rasen wie der Schiedsrichter Rosetti. Den Abbruch verfügte, über Telefon, aus dem fernen Mailand der Lega- Präsident und Milan-Geschäftsführer Adriano Galliani, ein Satellit des Ministerpräsidenten und Milan-Besitzers Silvio Berlusconi. Galliani gab sich 24 Stunden später zerknirscht: «Ich würde es nie wieder tun. Ich würde einfach mein Telefonino ausschalten.


Nach vier Tagen verliessen Sordini, Carriero und ein dritter verhafteter Ultra ihre Zellen wieder mit einem Sofort-Urteil: Die nächsten dreieinhalb Jahre werden sie keinen Auftritt ihrer Lieblinge mehr sehen, sondern müssen sich während der Spielzeiten der AS Roma auf einem Polizeiposten einfinden. Aber die Ermittlungen laufen weiter. Die Untersuchungsbehörden glauben nach wie vor an ein Komplott: dass das Chaos im Stadio Olimpico eine abgesprochene Inszenierung (Tatbestand: Bildung einer verbrecherischen Organisation) der beiden sonst verfeindeten Fan- Kurven war, eine Machtdemonstration, ein aufbegehrendes Signal gegen den bevorstehenden finanziellen Kollaps von Roma und Lazio. Die Schreckensnacht wirkte wie die sich selber erfüllende Prophezeiung, die Regierungschef Berlusconi mit seinem geplanten Steuererlass-Dekret verknüpft hatte: «Entweder wir beschliessen dieses Gesetz, oder es wird eine Revolution ausbrechen.» Doch die populistische Nothilfe für die Schuldenmacher - die formell als Aktiengesellschaften firmieren - ist nicht praktizierbar, zumal die Römer Staatsanwaltschaft derzeit die Bücher sämtlicher Klubs überprüft. Das ist auch Berlusconi rasch klar geworden. Der Widerstand im Parlament lief transversal durch Regierungslager und Opposition, und aus Brüssel meldeten die Italiener Romano Prodi als Präsident der EU- Kommission und Wettbewerbshüter Mario Monti ihre Einwürfe.


Berlusconi ist auf dem Rasen der Politik über den Ball gestolpert. Seltsame Fügung oder ein Zufall, der lediglich zeigt, wie der Einfluss des Cavaliere das gesellschaftliche Terrain durchwächst: Die bisher nicht als Häuptlinge aufgefallenen Aufrührer von Rom, der Mediolanum-Verkäufer Soldini und der Mediaset-Kameramann Carriero, sind Berlusconi-Angestellte.

Verfasst: 29. Mär 2004 13:44
von petit Nicolas
Uriella hat geschrieben: NZZ über FCZ:
Die «Emotionsproduzenten»
Finde den Titel einwenig unglücklich ausgewählt! Emotionen werden nicht produziert sondern gelebt!

Verfasst: 29. Mär 2004 13:57
von Kev
@uri
bilder hab ich selber keine gemacht, war ja zu beschäftigt beim intro :D
auf http://www.green-fires.ch gibt es welche sobald sie die fotos ins netz stellen...
den ersten zeitungsbericht finde ich persönlich hammer, der zweite finde ich nicht so toll, da er einige fehler hat............
easy :D

Verfasst: 29. Mär 2004 13:59
von Uriella
Kev hat geschrieben:@uri
bilder hab ich selber keine gemacht, war ja zu beschäftigt beim intro :D
auf http://www.green-fires.ch gibt es welche sobald sie die fotos ins netz stellen...
den ersten zeitungsbericht finde ich persönlich hammer, der zweite finde ich nicht so toll, da er einige fehler hat............
easy :D
Wo findest du Fehler im zweiten Artikel ??

Verfasst: 29. Mär 2004 14:00
von schteff !!
[quote="Kev]

der zweite finde ich nicht so toll, da er einige fehler hat............

[/quote]

hat er nicht. genau so ist es.