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«Swiss Ice Hockey» hat mit dem Schweizer Fernsehen (SF) und Cinetrade (Teleclub) einen neuen Fünfjahresvertrag bis 2017 unterzeichnet.
Philippe Gaydoul kann als Präsident von «Swiss Ice Hockey» mit erhobenem Haupt zurücktreten und sich an den Kloten Flyers, seiner neusten Erwerbung erfreuten. Nach neunmonatigen Verhandlungen haben endlich alle drei Vertragsparteien – Cinetrade (Teleclub), das Schweizer Fernsehen (SF) und «Swiss Ice Hockey» den neuen TV-Vertrag unterschrieben. Nun arbeiten die Kommunikationsgeneräle aller Partien noch an den Formulierungen der Medienmitteilung, die nächste Woche die schöne Neuigkeit offiziell verkündet. Einzelne Verhandlungspartner hatten sich zuletzt immer mehr über die «Einmann-Show» von Philippe Gaydoul mokiert. Doch letztlich hat es sich gelohnt: Er hat unserem Hockey den besten TV-Vertrag aller Zeiten beschert. Und schliesslich darf ein Verbandspräsident ja auch ein wenig sein Ego pflegen.
Anders als im Fussball werden im Hockey die Rechte der Nationalmannschaft (für alle Spiele ausserhalb der WM) und die Liga inklusive Playoffs in einem sogenannten Pauschalvertrag verkauft. Aus dem einfachen Grund, weil die TV-Rechte der Hockey-Länderspiele keinen Wert haben: «Swiss Ice Hockey» ist froh, wenn das Schweizer Fernsehen ein paar Länderspiele live überträgt. Die Nationalmannschaft ist deshalb im Verhandlungspaket kein Faktor.
Das Herzstück ist die Liga. Die Kernstücke des neuen TV-Vertrages:
- Cinetrade (Teleclub) überträgt alle NLA-Spiele live. Das SF verzichtet neu praktisch auf Live-Übertragungen während der Qualifikation: Nur noch die Tessiner-Derbys werden auf dem Tessiner Fernsehen live gezeigt. Hingegen bringt das Westschweizer Fernsehen die Derbys zwischen Fribourg und Servette nicht mehr. Teleclub hat also die Qualifikation neu praktisch exklusiv. Im Gegenzug darf das SF in den Playoffs wieder von der ersten Runde an live einsteigen und jeweils ein Playoff-Spiel eigener Wahl live übertragen. Im bisherigen Vertrag hatte Teleclub für die ersten zwei Playoff-Runden im Viertelfinale, im Halbfinale und im Finale das exklusve Live-Übertragungsrecht.
- Cinetrade (Teleclub) überträgt ab Oktober pro Woche ein Live-Spiel aus der NLB. Insgesamt sollen rund 40 ausgewählte Partien aus der zweithöchsten Spielklasse übertragen werden.
- Die Werbehoheit verbleibt im Grossen und Ganzen bisherigen Rahmen bei den Klubs. Die zentrale Vermarktung ist wie bisher stark eingeschränkt und hat nicht die gleiche Bedeutung wie im Fussball.
- Mehr Geld. «Swiss Ice Hockey» hat als Vertragspartner bisher aus dem TV-Vertrag und zentraler Vermarktung nach Abzug verschiedener Kosten (wie TV-Produktion) netto etwas mehr 10 Millionen Franken herausgeholt. Philippe Gaydoul kann für sich in Anspruch nehmen, der Vater des besten TV-Deals aller Zeiten zu sein: Der Gesamterlös aus TV-Rechten und zentraler Vermarktung liegt für «Swiss Ice Hockey» im neuen Vertrag brutto bei rund 18,75 Millionen. Wie dieses Geld intern aufgeteilt wird (für die Nationalmannschaftsprogramme, die NLA und die NLB) müssen die Liga- und Verbandsgeneräle unter sich noch auskäsen.
- Der Spengler Cup ist erstmals nicht mehr im TV-Gesamtvertrag enthalten. Der HC Davos als Organisator des Turniers arbeitet mit dem SF einen Vertrag aus. Die Entschädigung dürfte bei etwa einer halben Million liegen – für den HC Davos ist die Garantie der Live-Übertragungen wichtiger als das Geld.
- Das SF produziert durch seine Tochterfirma TPC sämtliche Hockeyspiele für Cinetrade (Teleclub).
- Teleclub hat neu in Fribourg eine eigenständige Redaktion und wird zum Hockey nebst den Live-Übertragungen eigene Beiträge produzieren. Für die Deutschschweiz wird Teleclub zwar die Live-Übertragungen mit Nachbetrachtungen etwas ausbauen, vorerst aber auf Magazinbeiträge verzichten.
Laut Leserkommentaren wird Teleclub nochmals 60% teurer, als es jetzt schon ist.

Kein Wunder wenn SF das Monopol an TC kampflos übergibt.
- Das SF produziert durch seine Tochterfirma TPC sämtliche Hockeyspiele für Cinetrade (Teleclub).
War ja klar...
